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Sonntag, 5. November 2017

Wanderung am Mount Faber und im HortPark

Während Putzfee Biu neben mir steht und bügelt (inzwischen konnten wir das Missverständnis mit den Verbrauch von Putzlappen klären), komme ich dazu, ein bisschen von unserem Wochenende zu erzählen:

Den Samstag Vormittag verbrachten meine Männer erst beim Rollerhändler, da Normans Roller-Rücklicht kaputt war, und besuchten dann noch den nahe gelegenen Spielplatz. Titus bestand anschließend darauf, den kompletten Heimweg auf Papas Elektroroller zurückzulegen (gut 4 km). Kurz darauf standen zwei indische Handwerker in unserem Wohnzimmer, die mit riesigen Geräten anrückten, um die Klimaanlagen zu warten. Dies muss per Wartungsvertrag alle drei Monate gemacht werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Gut eine Stunde lang putzten und schrubbten die beiden, immer genauestens von Titus beobachtet, während wir auf dem Balkon saßen.


Am Nachmittag folgte ein ausgiebiger Schwimmausflug zum Pool, und abends machten wir uns auf zum quirligen Clarke Quay. Hier reihen sich am Fluss entlang ein Restaurant neben das andere, Unmengen Touristen und Einheimische sind unterwegs und jedes Lokal wirbt mit einer Getränke-Happy Hour. Wir waren mangels Mittagessen (außer Titus, der besteht auf seine samstägliche "Nudelsuppe mit Anneliese-Brühe") sehr ausgehungert und kehrten recht schnell zum Mexikaner ein.
Dort verspeiste das Kind Nachos, Pommes und dazu noch meine Tortillafladen und fiel dann bei der Heimfahrt im Taxi in eine Art Kohlehydratkoma...


Leuchtdrachen-Show direkt am Quay gegenüber

Am Sonntag schliefen wir dann dementsprechend lange und nach einem ausgiebigen Frühstück packten wir den Wanderrucksack und fuhren mit dem Uber zum Mount Faber. Rund um diesen Berg und dem dazugehörigen Park führen viele verschiedene Wanderwege, es gibt "treetop walks" hoch oben zwischen den Baumwipfeln und riesige hölzerne "board walks" mit Spielmöglichkeiten (die sog. "Henderson waves"), dazu hat man eine wundervolle Aussicht über den Hafen und die Stadt.




 Natürlich hatten sich gerade heute mal wieder die sonst allgegenwärtigen Regenwolken verzogen und die Sonne knallte vom strahlend blauen Himmel, so dass wir nur von den kleinen Anstiegen und vom Herumstehen nass geschwitzt waren. Titus war völlig in seinem Element, er rannte und tobte und hüpfte und kletterte zwei Stunden lang herum, nur unterbrochen von kleineren Picknickpausen. Eifrig suchten wir nach den Affen, vor denen auf Schildern gewarnt wurde, doch außer diversen Käfern, Raupen und Hörnchen konnten wir keine Tiere finden.








Die Gondel ließen wir links liegen und marschierten stattdessen den gesamten Weg hinunter und direkt in den angrenzenden HortPark weiter. 




Dort fand gestern ein kleines Festival der Nachbarschaftsgruppe statt, Thema waren essbare Pflanzen, Gemüse- und Obstanbau. Es gab viele Verkaufsstände von Gärtnereien, aber auch viele Leckereien wie z.B. Eis oder Coconut Shakes, das wir natürlich beides probieren mussten - denn wir waren ganz schön erhitzt von unserer kleinen Wanderung.




Da Titus weiterhin sehr lauf-motiviert war, marschierten wir weiter durch den Park. Dort reihen sich wunderschön bepflanzte Gärtchen aneinander, alle nach einem bestimmten Thema angelegt. Immer wieder gibt es herrlich schattige Bänke, Spielmöglichkeiten und Trinkwasserspender, Kunstinstallationen und herrliche Blumen und sonstige Gewächse. Eine echte Oase!





Gegen 15 Uhr forderte die Dauerhitze aber ihren Tribut, wir waren allesamt völlig erledigt und ließen uns im klimatisierten und herrlich kühlen Taxi erst einmal erleichtert in die Sitze sinken und nach Hause kutschieren.

 Mit Eiskaffee und Bäckertüten ging es dort direkt an den Pool, und wir verbrachten einen sehr entspannten Nachmittag mit Schwimmen im Wasser, während wir sehr angeregt mit den französischen Nachbarn aus dem 20. Stock plauderten und dabei Bälle hin- und her warfen, sehr zur Freude des dauerquietschenden und -juchzenden Titus'. Der traute sich zwar erst nach etwa einer Stunde in den etwas kühlen Pool, schwamm dann dafür aber in der folgenden Stunde ununterbrochen hin und her, bis er zu zittern anfing.



Zum "Aufwärmen" gab es zum Abendessen Kürbissuppe, gepaart mit der Erkenntnis, dass heiße Suppe auf dem Balkon bei 28 Grad leider keine so gute Kombination ist.
Jedenfalls schlief das Kind ab 21 Uhr seligst im Bett und Norman und ich konnten endlich die Reiseroute für Bali in Angriff nehmen und gleich die ersten Unterkünfte buchen. Dabei vergeht die Zeit ja immer dermaßen schnell, während man sich durch hunderte Hotelbewertungen klickt, bis einem der Kopf schwirrt...

Montag, 16. Oktober 2017

Putzfee, zweiter Versuch, und Eis-Produktion

Am Morgen ist die Kakerlake verschwunden, denn Tageslicht mögen die Viecher gar nicht. Gut, dann kann ich wieder das Verdrängungsprogramm fahren und weise die neue Putzfrau Biu, die heute für einen "Testlauf" kommt, gleich mal ein, das Bad und auch die Abflüsse besonders gründlich zu schrubben.
Während sie putzt, aufräumt und bügelt, arbeite ich stundenlang am Veranstaltungskalender für die deutsche Zeitschrift, den ich Ende der Woche abgeben muss. Sinnigerweise ist der für die Dezember-Ausgabe, und so recherchiere ich nach Weihnachtskonzerten, -märkten und Silvesterpartys. Sehr seltsam bei 32 Grad draußen.

Mittags herum erreicht mich eine Rundmail aus dem Kindergarten: da morgen im Kindergarten Deepavali gefeiert werde, sollten die Kinder bitte möglichst passend und v.a. bunt gekleidet kommen. Sofort mache ich mich auf die Suche nach meinen indischen Schals.

Währenddessen ist die Putzfee erst einmal fertig, ich verabschiede mich von ihr und verspreche, zu kontrollieren und ihr Bescheid zu geben, ob alles passt und sie fest anfangen kann. Auf den ersten Blick sieht alles bestens aus, etwas gründlicher als bei ihrer Vorgängerin und sie ist auch nicht ganz so gesprächig. Allerdings benutzt sie wie auch die Dame zuvor nur die Minimal-Ausrüstung an Putzlappen, und da bin ich heikel: für Bad/Klo muss definitiv anderes Material als für die Küche verwendet werden. Also braucht es dafür wohl noch ein Gespräch.

Ehe ich mich versehe, ist der halbe Tag vorbei und ich hole Titus ab. Gemeinsam holen wir im Supermarkt einige Zutaten, denn nach dem Eisdielen-Besuch gestern haben wir beschlossen, endlich selbst die Eismaschine anzuwerfen. Das Eis ist Singapur ist meist wirklich sehr gut, allerdings auch immer (!) sehr teuer - um die S$4 pro Kugel ist zuviel auf Dauer. Wir bereiten also Mango- und Kokoseis zu und müssen danach dringend selbst zur Abkühlung noch für ein Stündchen in den Pool.
Wieder einmal sind wir völlig allein dort; unter der Woche ist nachmittags kaum jemand beim Schwimmen, alle scheinen fleißig zu arbeiten bzw. die Kinder sind wie schon berichtet ganztags in der Schule.

Nach dem Abendessen (Flammkuchen mit Zucchini und Tempeh) will das Kind zwar schnurstracks ins Bett, doch war der Mittagsschlaf im Kindergarten heute offenbar so ergiebig, dass Titus um 22 Uhr immer noch hellwach daliegt und zappelt.
Also besteht mein Abendprogramm heute "nur" darin, einen halben Krimi daneben zu lesen, der lustigerweise in Südtirol mitten im Winter spielt und es mich im kalten Luftzug der Klimaanlage tatsächlich ein wenig fröstelt!

Badetag und Käfer-Besuch

Der Sonntag lockt schon morgens mit strahlendem Sonnenschein - und Titus entdeckt zu seiner großen Irritation auf dem Balkon endlich das Geschenk der Windelfee mitsamt Brief. Das ganze ist ihm erst mal hochgradig unheimlich, er will nicht darüber sprechen ("Nix sagen, Mama.") und ist auch erst nach längerem Zureden willens, den neuen Roller überhaupt auszupacken. 

Dann versteckt er ihn erst einmal in seiner Höhle unter dem Esstisch und verlangt nach Frühstück. Das wird zuerst auf dem Balkon eingedeckt, aber wir brechen nach kürzester Zeit ab, es viel zu heiß dort, die Butter schmilzt und wir zerfließen.
Also verwerfen wir die diversen Wanderpläne für heute und liegen bereits um kurz nach 10 Uhr am Pool. Als wenig später noch Titus' Freundin Gabi mit Familie anrückt, ist die Begeisterung groß und Norman und ich genießen die herrliche Ruhe, lesen, lassen uns ein leichtes Lüftchen um die Nase wehen und hören außer Wasserrauschen und Rascheln von Palmblättern nicht viel - Titus und Gabi spielen nämlich völlig selbstvergessen am Beckenrand mit Steinen, Wasser und ihren Eimerchen.


Gegen Mittag hole ich aus der Wohnung schnell eine zweite Kaffeerunde und ein paar Snacks, Gabis Familie bestellt Pizza und füttert Titus gleich mit, und am frühen Nachmittag lösen wir dann den "Badetag" auf - wie Urlaub fühlt sich das an, sehr entspannend!

Titus kann sich nun endlich am Windelfee-Geschenk erfreuen und möchte eine Probefahrt machen. Also fahren wir per Bus rüber nach Kampong Glam und schlendern eine Runde durch die erstaunlich ruhigen Gässchen, essen ein Eis und Titus kann ich den autofreien Straßen prima Roller fahren.


Während die Männer per Bus nach Hause fahren, wage ich mich ins vollgestopfte Little India, dränge mich durch Menschenmassen bis zum Decathlon und shoppe noch schnell ein paar Strandutensilien für unseren Urlaub am kommenden Wochenende: Schnorchel, Tauchermasken, Badehosen, Flipflops... So praktisch, dass auch sonntags eingekauft werden kann.

Als ich nach Hause komme, ist in der Küche ganz schön was los, es brutzelt und zischt und die Luft ist wie in einem Dampfbad. Die Herren kochen Lasagne und es gibt natürlich keine Klimaanlage in der Küche. Ich bin daher froh, dass ich mich heute heraushalten kann und telefoniere lieber mit meinen Eltern.
Titus verputzt eine riesige Portion Lasagne, und kurz darauf holt noch der Lieferservice einen ganzen Schwung von Normans Hosen zur Reinigung ab - auch das ist wirklich praktisch!
Nachdem wir das todmüde Kind ins Bett verfrachtet haben, gehe ich kurz ins Bad - und hüpfe direkt wieder rückwärts raus. Mitten auf dem Waschtisch sitzt eine gut 5cm große Kakerlake und befingert mit ihren langen Fühlern meinen Zahnputzbecher. Igitt.




Da weder Norman und ich es hinkriegen, das Vieh einzufangen (denn Kakerlaken sind verdammt schnell - und wir schreckhaft), machen wir einfach die Tür zu und hoffen, dass das Insekt von selbst verschwindet. Leider kann ich mich aber auf die neuen Folgen von "Game of Thrones" nicht so richtig konzentrieren und beschließe, dass ich heute lieber das andere Bad benützen will...

Dienstag, 3. Oktober 2017

Seven oder eight?

Die Woche schreitet voran, und wie auch in München vergehen die Tage viel zu schnell - denn tatsächlich ist eine gewisse Routine eingekehrt. Ihr kennt das...

Montags backen Titus und ich Muffins, damit das Kind zusätzlich zum Inhalt der Brotzeitdose noch was zu essen im Kindergarten bekommt. Das ist für mich eine ganz schöne Umstellung: in unserer Schwabinger Vorzeige-Kita gab es viermal täglich gesundes, bio-zertifiziertes Essen (zuckerfreies Müsli zum Frühstück, mittags dann immer ein eigenes vegetarisches Gericht für Titus, nachmittags Brotzeit mit Rohkost, zwischendurch viel Obst). Titus konnte deshalb schon mit zwei Jahren das Wort "Agavendicksaft" fehlerfrei aussprechen.
Und hier muss ich 3-4x wöchentlich so kochen und planen, dass Titus ein Mittagessen mitnehmen kann. Vormittags kriegen die Kinder ein Marmeladebrot oder Pancakes, nachmittags gibt es Schoko- oder sonstige Kekse. Von Obst habe ich bislang noch nichts gehört oder gesehen.
Immerhin berichtet Titus, dass auch andere Kinder eigenes Essen mitbringen. Überhaupt läuft es diese Woche noch ein ganzes Stückchen besser im Kindergarten: das Kind erzählt viel, nachmittags sagt er jeden Tag, dass er es "gut" fand, und dass er den lieben langen Tag nun Kinderlieder auf Englisch (oder einer Fantasiesprache) singt, hatte ich ja bereits berichtet.

Als ich am Montag nachmittag weiter an unserer Bilderwand im Wohnzimmer herumklebe, ruft er mir plötzlich zu: "Mama, sind das seven oder eight Bilder?".


Und als uns am Dienstag nachmittag Nachbarsmädchen Gabi zum Spielen besucht, höre ich nur, wie die beiden giggelnd und gackernd in der Höhle unter unserem Esstisch sitzen und Titus immerzu "Look! Look!" ruft.
Gabi wurde natürlich von ihrer allgegenwärtigen Nanny Rina begleitet, die sehr bedauernd und verwundert feststellte, dass ich ja gar keine Haushaltshilfe hätte?! Daraufhin übernahm sie in meiner Küche das Zepter und versorgte die Kinder mit Getränken und Apfelschnitzen und spielte hingebungsvoll mit den beiden.

Unsere Balkonpflanzen wurden wie vereinbart am Montag geliefert - allerdings bekam ich nicht, wie besprochen, mit einer Stunde Vorlauf einen Anruf, sondern die Herren meldeten sich, als sie bereits vor der Haustür standen. Da saß ich aber gerade in einem Café und besprach mich mit Christiane, mit der ich zusammen an einem Artikel für die Januarausgabe der "Impulse" arbeite. Also ließ der Pförtner die Gärtnerlieferanten zumindest bis vor unsere Wohnungstür, und ich durfte dann zuhause die schweren Kästen alleine bis auf den Balkon schieben.
Norman stellte bedauernd fest, dass die Pflanzen nun doch viel kleiner aussähen als noch in der Gärtnerei - tja, der Balkon ist halt einfach wirklich groß! Titus gießt jedenfalls fleißig und wir sind gespannt, ob das Zeug wächst.





Wie immer dienstags steht um 18 Uhr Jiexi in der Tür, Titus kommandiert sie ganz schön herum und ich schaffe es überpünktlich zur Chorprobe. Die neu herausgefundene Verbindung mit Bus - MRT 1 - MRT 2 - Bus klappt bestens, und so habe ich noch ein bisschen Gelegenheit, mit einigen Mitsängern zu quatschen, bevor es losgeht. Ein Singapurer schwärmt mir in den höchsten Tönen vom Skifahren in St. Anton vor, wo er jedes Jahr eine Woche Skiurlaub macht, und empfiehlt mir die japanischen Skigebiete.
Wie immer nach der Chorprobe verteilen sich alle auf die diversen Autos - obwohl ich eigentlich lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückfahren will, sitze ich kurz darauf bei der etwa 70jährigen Christine im Auto. Sie will mich unbedingt zur U-Bahn-Station bringen, und so fahren wir mit gemütlichen 28 km/h und immer schön auf der mittleren Spur bis zur Downtown Line, während sie an jeder Ampel den Motor abwürgt und völlig ungerührt Busse und andere Autos schneidet.

Am Mittwoch morgen gehe ich wieder einmal in ein neues Yoga-Studio, diesmal probiere ich PureYoga im Ngee Ann City-Tower aus.
Das Studio ist sicher das schickste und größte der bisher getesteten, doch ich bin spät dran und eile ohne große Erkundungstour in den Raum Nr. 3. Dort findet eine tolle Hot Yoga-Vinyasa-Stunde statt, und bei 40 Grad Raumtemperatur tropfe ich bald meine Matte voll und bin am Ende fix und fertig. Aber sehr positiv!
Da ich es heute sehr eilig habe, überlege ich schon beim Duschen, wie ich das obligatorische Verkaufsgespräch im Anschluss abkürzen kann. Doch - oh Wunder: man verabschiedet sich einfach so von mir und lässt mich wissen, dass ich alle Fragen zu Preisen und Vertragsoptionen einfach per WhatsApp stellen möge.

So bin ich pünktlich um 11 Uhr wieder daheim und warte dann fast zwei Stunden auf den Handwerker. Der schafft es dann aber endlich, den Warmwasser-Anschluss zu reparieren, aber erst, nachdem ich ihm unseren Phasenprüfer ausgeliehen habe. Es dauert eine Weile, bis ich verstehe, was der gute Mann braucht, denn diese Vokabel habe ich nun wirklich nicht parat: "test pen".
Auf jeden Fall läuft das Wasser nun wieder heiß aus dem Hahn in Küche und Gästebad, und besonders beruhigend ist, dass wir nicht schlichtweg zu blöd waren, sondern dass tatsächlich der Anschluss defekt war.

Nun werde ich mich gleich Richtung Kindergarten aufmachen, heute nachmittag wollen wir noch zum Spielplatz, und ich wollte dringend für Titus ein paar bequeme kurze Hosen nähen, denn davon haben wir einen ordentlichen Verbrauch momentan.
Für welche Gelegenheit ich allerdings diese ganzen langen Hosen und Jacken und Pullis für uns eingepackt habe, ist mir inzwischen schleierhaft.

Donnerstag, 21. September 2017

Eine Führung durch den Wet Market

In der Nacht hat es durchgehend geregnet, und die Luft heute morgen beim Frühstück auf dem Balkon ist fast kühl. Norman scherzt, dass jetzt wohl der Winter komme, wird aber von Titus sofort zurechtgewiesen: "In Singapur gibt es keinen Schnee, da ist es immer warm." Da es gestern so gut funktioniert hat, beschließe ich auch heute, mein ursprüngliches Programm schlichtweg in Titus' Begleitung abzuhandeln. Und so stehen wir im Nieselregen pünktlich um 9:30 Uhr mitten in Geylang am Joo Chiat Komplex.
Ich habe mich nämlich über die German Association für eine geführte Tour auf den "wet market" angemeldet, und der Singapurer Guide Chaqa freut sich, dass ich noch einen kleinen Begleiter mitgebracht habe. In unserer 15köpfigen Gruppe aus deutschen Expats ist Titus aber nicht das einzige Kind, zwei weitere Mamas haben ihre Kleinen in der Trage dabei.
Schnell wird mir klar: allein der Guide ist ein Erlebnis. Chaqa stammt aus Singapur, aus einer streng gläubigen muslimischen Familie, und als er sich als junger Mann als schwul outet und damit mit seiner Familie bricht, sucht er sein Glück in Europa. Auf Umwegen landet er irgendwann in Köln, lebt dort fast 18 Jahre lang und arbeitet äußerst erfolgreich u.a. als Dragqueen und als Stylist von Anke Engelke. Seit einigen Jahren ist in seine Heimat zurückgekehrt, ist der Lieblingsfriseur aller deutschen Damen in Singapur und sieht seine Hauptaufgabe darin, den Deutschen die einheimische Kultur nahezubringen. Kurz: ein echter Entertainer und ein Unikat.

Auf jeden Fall ist er genau der richtige, um uns in die verschlungenen Pfade der großen Markthalle mitzunehmen, die er wie seine Westentasche kennt. Zu Beginn umreißt er kurz die Geschichte der "wet markets" und die Besonderheit des "Geylang Serei Market", der mitten in einem v.a. von Malayen bewohnten Viertel steht, im Speziellen. Während sich im ersten Stock Schneidereien, Klamottenläden mit Kleidern für die streng muslimische Frau und zig Stoffläden aneinanderreihen, ist im Erdgeschoss Hochbetrieb.



Tief verschleierte Damen schieben Wägelchen voller Lebensmittel durch die engen Gänge, und wir als Gruppe stehen natürlich immerzu im Weg. Davon lässt sich Chaqa aber nicht beeindrucken: mit Inbrunst zeigt er uns die verschiedenen Abteilungen innerhalb der Markthalle. Es gibt die Obst- und Gemüse-Gänge, die Gänge mit Gewürzen/Kräutern/getrocknetem Fisch/Nüssen, die Bäckereien und dann natürlich die Gänge voller Metzgereien und die Fischhändler.
Da der Guide selbst Vegetarier ist, hält er sich bei letzteren nicht allzu lange auf und lässt uns alleine einmal auf- und abspazieren. Selbst ich staune über das Getier, das teilweise noch lebendig über Eisblöcke kriecht, und Titus kriegt von den herumrollenden Schnecken und den bedrohlich ihre Scheren vorstreckenden Krebsen nicht genug.








Spätestens hier erschließt sich der Name "wet market" - denn wir stehen in tiefen Pfützen, überall tropft und läuft es, von dem schmelzenden Eis und von den immerwährenden Eimer voller Wasser, die hier ständig ausgegossen werden, um den schlimmsten Schmutz wegzuspülen. Der Gerucht ist weniger schlimm als erwartet, auch hier wird Singapur seinem Sauberkeitsfimmel gerecht.

Spätestens in den Abteilungen ohne "Tierleben" ist Chaqa dann aber in seinem Element: ausgiebig erklärt er uns die verschiedensten Zubereitungsmöglichkeiten der Gewürze und Gemüsesorten, verrät seine deutsch-asiatischen Lieblingsgerichte, zeigt mir frischen Tofu und Tempeh, und gibt Tipps zum Einkauf auf dem Markt.






Es wird nicht gehandelt, sondern es gibt Festpreise - diese variieren aber gegebenfalls, so bekommt ein Stammkunde natürlich einen besseren Preis als ein Neuling, ebenso ein Einheimischer gegenüber einer Langnase.
Trotzdem bin ich schwerst beeindruckt von den sensationell günstigen Preisen für Obst, Gemüse und Kräuter. Alles sieht sehr frisch und appetitlich aus, die Händler sind freundlich und freuen sich offensichtlich darüber, dass sie uns "Unwissende" über ihre dargebotenen Spezialitäten aufklären können. Immer mal wieder bekommen wir Gebäck, Süßigkeiten oder Obstsorten zum Probieren gerericht, und Titus wird mehr als einmal mit großem Hallo begrüßt. Ihn beeindruckt der Trubel überhaupt nicht, er guckt und wuselt herum und stellt tausendundeine Frage, so dass ich leider nicht alle Ausführungen unsere Guides mitkriege. Das ist aber nicht so schlimm, denn mir genügt schon die Atmosphäre völlig.




Nach gut zwei Stunden ist die Führung vorbei, und nun haben alle Hunger. Zum Glück gibt es mitten im Markt auch gleich einen food court, und kurz darauf sitzen Titus und ich mit frischen indischen Dosas und leckeren, scharfen Saucen dazu an den kleinen Tischchen und schlemmen. Während ich mich über den unfassbar günstigen Preis von 2 S$ für zwei Portionen erfreue, arbeitet Titus bereits daran, das ausgegebene Geld wieder reinzuholen, und singt und tanzt direkt neben dem sich abmühenden Alleinunterhalter. In Ermangelung eines Hutes kommt das Kind nach zehn Minuten zwar ohne Geld, dafür aber mit diversen Bonbons in den Händen zurück.





Die gute Laune muss ausgenutzt werden, denn von Erkältung oder schlimmeren ist bei uns beiden nichts mehr zu spüren. Also nehmen wir den Weg zur zweiten, viel größeren Ikea-Filiale in der Nähe des Flughafens auf uns und verbringen einen vergnüglichen Nachmittag im fast menschenleeren Möbelhaus - natürlich inklusive ausgiebigem Kaffeeklatsch. Am besten ist, dass wir diesmal alles von unserem Einkaufszettel bekommen, der Lieferservice uns eine Lieferung für Samstag verspricht und die nette Uber-Fahrerin, die ich für den Heimweg buche, uns sogar den Kleinkram bis vor die Tür trägt.
Zuhause angekommen, stelle ich fest, dass es bereits 18 Uhr ist - so schnell ist der Tag vergangen, und so wenig haben wir uns gelangweilt und nicht eine Sekunde angenervt. Gemeinsam mit Norman baut Titus dann noch flugs einen weiteren Schrank für unsere Abstellkammer auf und erzählt mir dann noch beim Ins-Bett-Gehen, dass es gar nicht eilig sei, wieder in den Kindergarten zurückzukehren...

Montag, 18. September 2017

Pool-Glück und Wochenstart mit neuem "Job"

So ein fauler Sonntag geht ganz schön schnell vorbei! Zuerst frühstücken wir gemütlich (naja, ich trinke morgens ja nur eine große Tasse Milchkaffee), dann gehe ich ins Gym und anschließend in den Pool. Völlig unbeobachtet kann ich an meiner (noch!) nicht vorhandenen Kraultechnik arbeiten, und als ich völlig außer Puste den Kopf aus dem Wasser hebe, winkt mir Titus vom Beckenrand zu.
Wir baden eine ganze Weile, und einfach den Sonntag Vormittag im hauseigenen Riesen-Pool verbringen zu können, ist ganz schön luxuriös!





Während Norman anschließend mit seinem Roller die Nachbarschaft erkundet und mir begeistert von seinem Ausflug auf den nahe gelegenen Markt erzählt, hören Titus und ich ein Kinderhörbuch. Endlich klingelt es an der Tür, die Ikea-Lieferung ist angekommen. Sofort holen beide Männer ihre jeweiligen Werkzeugkästen und legen los, es wird geschraubt und montiert, und Titus redet dabei ununterbrochen, so aufgeregt ist er.


Endlich stehen die bestellten Regale, doch ich bin verwirrt - da fehlt doch noch das neue Schuhregal?! Beim Blick auf den Einkaufszettel stellen wir fest, dass wir es schlichtweg nicht gekauft haben. Also lohnt sich wirklich ein erneuter Besuch im Möbelhaus...

Ich telefoniere ausgiebigst mit der Familie und den lieben München (Ex-)Nachbarn, und Titus und Norman gehen auf einen Nachmittagssnack und einen kleinen Einkauf rüber in die Mall. ("Papa, Du musst mir heute ein Eis kaufen. Du hast ja soviel Geld, weil Du ja immer arbeiten gehst.") 
So praktisch, dass man am Sonntag alles liegen gebliebene erledigen kann.
Mit Nägeln fürs Bilder-Aufhängen und mit Backzutaten kommen die beiden zurück, denn Norman möchte gerne einen "Einstandskuchen" mit in die Arbeit nehmen, und so werfen Titus und ich die Küchenmaschine an und backen einen sehr vorzeigbaren Marmor-Guglhupf.
Leider haben wir immer noch kein warmes Wasser, und das Abspülen ist mühsam.

Zur Belohung gibt es heute eine Pizza, die der Herr des Hauses großzügig bei Italiener gegenüber holt. Als wir die Pizzakartons öffnen, wird klar, warum die so günstig waren - die Pizzen sind nämlich nur etwas größer als eine handelsübliche CD, und wer unser Kind halbwegs kennt, ahnt, dass zumindest ich meine Pizza lieber nur zur Hälfte esse und den Rest für Titus übrig lasse.

Immerhin werde ich danach mit einem eiskalten Glas Riesling aus unserem eisernen Vorrat besänftigt, während wir endlich (!) wieder in die Game of Thrones-Sucht einsteigen. Es dauert nur ca. 1 Stunde, bis wir herausgefunden haben, wo wir im Juli jäh durch Verschiffung unseres Hausrates unterbrechen mussten, aber dann sind wir sofort wieder gebannt.
Von der ganzen Formel-Eins kriegen wir außer ein bisschen Feuerwerk-Gedonner überhaupt nichts mit, da wir keinen TV-Anschluss haben und das Rennen natürlich nicht irgendwo live im Internet
gestreamt wird. Mich interessiert Autosport eh nicht die Bohne, das kann ich also gut verschmerzen!

Der Wochenstart ist hier längst nicht so ätzend wie zuhause! Zum einen scheint uns morgens die sehr warme Sonne auf den Frühstückstisch, zum anderen liebe ich es, nur schnell ein Kleidchen anziehen zu müssen, und zum dritten haben wir natürlich überhaupt keinen Zeitdruck. Selbst Norman geht (recht gemütlich) erst um 8:15 Uhr aus dem Haus, Titus und ich ebenso. Im Kindergarten wird gerade das Thema "Bewegung und Mobilität" behandelt, und Ms. Pooja empfängt uns gleich mit der Frage, wie wir denn morgens in den Kindergarten kommen. Das Kind antwortet mit "laufen" und bekommt ein entsprechendes Bildchen. Die anderen Auswahlmöglichkeiten sind "Bus", "Schulbus", "Auto" und "Taxi". Tatsächlich sehe ich morgens und nachmittags einige Eltern im Taxi oder gar in der Limousine mit Chauffeur vorfahren...

Ich bin heute auch "geschäftlich" unterwegs und fahre deshalb direkt mit der MRT von Newton nach Bukit Timah. Die anschließende Busfahrt will ich mir sparen, da ich eh zu früh bin, und möchte einen netten 20minütgen Spaziergang bis zur "German Association" machen. Nach 10 Minuten bin ich nassgeschwitzt und die Wimperntusche verschmiert. Immerhin komme ich pünktlich um 10 Uhr im sog. "Deutschen Haus" an - heute bin ich zur Redaktionssitzung des deutschsprachigen Magazins "Impulse" eingeladen.
Eine nette Runde aus etwa 15 deutschen Frauen (und einem österreichischen Quoten-Mann) sitzt für gut 2 Stunden beisammen. 


Es werden die Themen für die nächsten beiden Ausgaben des monatlichen erscheinenden Heftes besprochen, außerdem entspinnen sich immer wieder Gespräche darüber, wo z.B. die beste Weihnachtsdeko zu kaufen oder welche Stadtführungen interessant sind. Ich als Singapur-Neuling lausche hochkonzentriert und mache mir unentwegt Notizen, damit ich nur ja keine gute Idee (Kochkurse, Ehrenämter, Yogastudios...) vergesse.
Am Ende der Sitzung bin ich die neue Verantwortliche für den Veranstaltungskalender und darf für die Januar-Ausgabe schon einen Artikel beisteuern. Alles ehrenamtlich natürlich. Noch viel besser ist aber, dass ich gleich mit zig neuen Handynummern und zwei Dates zum Kaffeeklatsch nach Hause fahre.

Gerade noch rechtzeitig erreiche ich unsere Eingangstür, anschließend geht ein Wolkenbruch biblichen Ausmaßes über Singapur nieder. Fast zwei Stunden lang blitzt es im Minutentakt, und der Donner ist so laut, dass ich kaum mein eigenes Wort verstehe, als ich wieder mein Glück beim Hausverwalter versuche. Der ist allerdings immer noch hilflos, was die Warmwasserproblematik angeht, und rät mir, mich mit unserer Maklerin auszutauschen.
Mit Schirm bewaffnet hole ich Titus ab, trotzdem sind meine Ballerinas nach zwei Minuten durchweicht, und so kann ich dann auch beruhigt mit dem sehr zufriedenen Kind in die großen Pfützen springen, denn nasser können die Schuhe nicht werden.

Zuhause hängen wir ein paar Bilder auf und gehen dann unserem Lieblingshobby nach: kochen. Stundenlang rühren wir Teig und backen Berge von Spinat- und süßen Waffeln. 


Wunderbarerweise kommt auf einmal wieder heißes Wasser aus dem Hahn, so dass wir gleich das Teig-Massaker beseitigen können. Wo das Problem bei der Wasserversorgung lag, bleibt rätselhaft.


Samstag, 16. September 2017

Ausflug nach Kusu Island

"Hoch die Hände, Wochenende!", ist wohl mein erster Gedanke, als ich von lautem Donnergrollen geweckt werde und aus dem Augenwinkel sehe, das es schon hell draußen ist. Eine dicke Gewitterwolke scheint sich direkt über uns zu entladen und durch den Krach werden auch Norman und Titus so langsam wach. Titus ist zum einen bestens gelaunt nach über 12 Stunden Schlaf und hat zum anderen einen Bärenhunger, da er am Abend zuvor ja das Abendessen verschmäht hat.
Also gibt es ein großes Frühstück, und als wir abspülen wollen, stellen wir fest, dass wir kein warmes Wasser mehr haben. Der Hausverwalter-Jüngling ist verschnarcht und unkooperativ wie erwartet, und so vertagen wir das Problem und marschieren um kurz vor 10 Uhr mit voll gepackten Rucksäcken los zur U-Bahn-Station.



Von dort aus geht es in nur 8 Stationen bis zum Marina South Pier und dem dortigen Fähranleger. Widersprüchliche Quellen im Internet und auf Infotafeln verwirren uns völlig, aber die Dame am Ticketschalter teilt uns freudig mit, dass wir in 10 Minuten das Boot nach Kusu Island besteigen können. Wunderbar!
Ich hole mir noch schnell einen Eiskaffee zum Schnäppchenpreis von $1.30 und schon besteigen wir das Schiffchen und legen ab. 

Mit bestem Blick auf den Financial District und Normans Büro düsen wir an unfassbar großen Containerschiffen vorbei zunächst nach St. John's Island und dann weiter nach Kusu, das wir nach gut 45 Minuten Gesamtfahrzeit erreichen. Titus ist selig, er ist ein begeisterter Seefahrer und klebt praktisch an der Fensterscheibe.





Die winzig kleine Insel ist praktisch menschenleer, außer ist steigt kaum jemand hier aus.Wie überall in Singapur ist es sauber und ordentlich, selbst die Natur beugt sich dem menschlichen Diktat. Die Insel wurde in den 70er Jahren durch Aufschüttung "erbaut" und ist seitdem ein beliebtes Wochenend-Ausflugsziel. Nur heute scheinen wir die einzigen zu sein, und das einzige, das stört, sind die über uns hinwegdonnernden Kampfflieger.





Da es bereits Mittag ist, decken wir einen der unzähligen Tische und machen Picknick. Titus ist aber so abgelenkt von dem kleinen Schildkröten-Teich, dass er kaum ans Essen denkt. 





Ich werde derweil fast von einer herabfallenden "See-Mango" erschlagen und nutze den Wink, um mich ein wenig über dieses seltsame Gewächs schlau zu machen. Hochinteressant, dieser "Selbstmordbaum" - falls jemand mal so eine Frucht braucht, gebt Bescheid...

Norman hat heute die "augmented reality"-Funktion des Übersetzungsprogramms seines Handys entdeckt und lässt sich nun verzückt bei jedem chinesischen Schild den Text ins Bild auf seinem Display einblenden. Er nötigt mich zum Beweis dann zu folgendem Foto:



Das Inselchen kann in gut 20 Minuten zu Fuß umrundet werden, es gibt neben den vielen Picknickplätzen ein paar hübsche Strände, und außerdem einen kleinen "Keramat" (malayischer Schrein) oben auf einem Hügel. Dazu erklimmen wir 152 Stufen (die natürlich alle genauestens gezählt werden müssen), und oben zünden wir ein paar Räucherstäbchen an und hoffen damit auf ein glückliches Familienleben auch in Zukunft.





Auf der anderen Inselseite steht zudem noch der kleine, taoistische Da Bo Gong-Tempel, der mit seinen verspielten Statuen zu Kletterpartien lockt und völlig verlassen da liegt. Kaum vorstellbar, dass hier zu bestimmten religiösen Terminen tausende von Gläubigen auf die Insel pilgern.






Denn momentan ist wunderschön ruhig hier, nur von Fern tuten die Container-Riesen bei der Einfahrt Richtung Singapur-Hafen, es weht ein leichtes Lüftchen und es ist auch gar nicht mal so heiß heute. Herrlich! Man könnte im Prinzip auf ewig hierbleiben, doch so richtig was zu tun gibt es nicht.

Also besteigen wir gegen halb drei die Fähre zurück und sind bereits um kurz nach 15 Uhr wieder am Festland angekommen. Das war ein deutlich kürzerer Ausflug als geplant!





Als brave Staatsbürger haben wir nicht nur gestern unsere Briefwahlunterlagen in den Briefkasten Richtung Deutschland gesteckt, sondern wollen auch noch dringend dem Staat Singapur unsere neue Anschrift mitteilen - denn gemeldet sind wir bislang noch in unserem möblierten Apartment. Dies kann man, wie ich nach längerer Recherche herausfinde, bei jeder beliebigen Polizeistation. Also statten wir den gelangweilt wirkenden Herrschaften in der Orchard Police Station einen Besuch ab und erklären unser Anliegen. Die winken aber nur ab - denn wir sind ja keine "permanent residents", sondern haben nur eine befristete Aufenthaltsgenehmigung, und für die Änderung dieser Daten sind sie nicht zuständig, sondern Normans Arbeitgeber. Schade, diesen Punkt hätte ich so gerne heute noch erledigt!

Dann bohren wir halt völlig unerlaubterweise zuhause noch zwei Regale an die Wand und gucken anschließend im trauten Familienkreis per Live-Stream im BR den Einzug der Wiesnwirte. 

Ein bisschen rührselig werde ich da schon, als wir Titus eklären, was es mit den ganzen Pferden, Bierfässern, Musikkapellen und dem "Anstich" auf sich hat. Als ich aber sehe, wie scheußlich das Wetter zu sein scheint, freue ich mich lieber darüber, dass wir auf dem Balkon zu Abend essen können.
Immer noch haben wir kein warmes Wasser, also wir ganz campingmäßig Wasser auf dem Gasherd erhitzt und dann damit abgespült. Das ist aber kein Dauerzustand, da müssen wir wohl oder übel wieder einmal unsere Maklerin Charissa belästigen, denn die ist für die gesamte Mietdauer über weiter unsere Ansprechpartnerin für alle Probleme in und mit der Wohnung...