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Dienstag, 7. November 2017

100 Tage Singapur - und im Stoffhimmel!

Seit 100 Tagen leben wir in Singapur - so schnell sind diese gut drei Monate vergangen und so vieles haben wir erlebt! Ob ich mich in Singapur eingelebt habe, wollen viele wissen. Doch, ich fühle mich hier "zuhause", "unsere" Wohnung und "unser" Stadtviertel fühlt sich jedenfalls danach an. Inzwischen weiß ich, wo ich die nötigsten Dinge bekomme, war beim (Kinder-)Arzt, kenne mich in der Stadt und mit den zig Bus- und UBahn-Linien einigermaßen aus und fahre meistens recht zielsicher mit dem Fahrrad umher.
Wir haben eine prima Babysitterin, ich bin sehr zufrieden mit meinen wöchentlichen Chorproben und auch die anderen bislang geknüpften Kontakte lassen sich gut an. Natürlich gibt es (noch) keine engen Freundschaften, und mir fehlt vor allem abends und am Wochenende der Freundeskreis, der immer für Programm gesorgt hat. Andererseits genieße ich natürlich auch die "totale Freiheit", einfach das tun zu können, auf was ich Lust habe, viel Sport zu machen und zu lesen, die Stadt zu erkunden und vor allem: Zeit zum Schreiben zu haben.
Und spätestens ab Januar ist es mit der "Ruhe" vorbei, denn ab dann haben wir eigentlich bis zum Sommer hin fast durchgehend Besuch, und darauf freuen wir uns unbändig!

Immer, wenn ich in diesen Tagen in der Stadt unterwegs bin, denke ich: "Oh, das muss xxx dann auch zeigen, wenn sie/er zu Besuch ist." In meinem Kopf entstehen bereits reiseführerartige Ansagen und ich überlege ernsthaft, einen kleinen, privaten "Stadtführer" zu schreiben.

Am Montag Vormittag zum Beispiel traf sich die Impulse-Redaktion in der Orchard Road, um ein Gruppenfoto für die Weihnachtsausgabe aufzunehmen. So früh morgens sind die Geschäfte dort schön leer, die Weihnachtsdeko steht bereits und ich kann mich an den ganzen Läden und Gebäuden immer noch nicht sattsehen - auch wenn ich nach wie vor nicht verstehe, wer denn das ganze Zeug dort kaufen soll.




Oder gerade gestern radelte ich wieder die wunderschöne Strecke am Istana-Park und -Palast entlang bis in die Innenstadt. Die Wachen am Eingang grüßten freundlich, ebenso sämtliche Fußgänger und Autofahrer, denen ich begegnete. Als Radler ist man einfach eine Seltenheit!
Die Route, die mich durchs River-Valley bis nach Tiong Bahru führte, brachte mich trotz langsamen Tempos ordentlich ins Schwitzen. Endlich stand ich vor dem großen Tan Boon Liat-Building mit seinen 15 Stockwerken, in dem sich fast ausschließlich Möbel-, Antiquitäten- und sonstige Einrichtungsgeschäfte befinden. Rundherum nur Baustellen, vierspurige Straßen und eine Art Industrieviertel. Der Parkwächter winkte mich heran und ich durfte mein Fahrrad direkt neben seinem Häuschen parken. Etwas orientierungslos stand ich dann vor der Fassade und konnte nirgendwo eine Beschreibung entdecken. Auf gut Glück fuhr ich mit dem leicht heruntergekommenen Fahrstuhl, in dem eine ältere Dame auf einem Klapphocker saß und die Knöpfe drückte, in den fünften Stock. Vorsichtig öffnete ich die Feuerschutztür mit der Nummer #05-09 und der Aufschrift "Sing Mui Heng" und staunte: ein riesengroßes Handarbeitsgeschäft lag vor mir, mit allem, was das Näh-Herz begehrt.  Stoffe, Nadeln, Garne, Knöpfe, alle erdenklichen Kurzwaren, Bastelzubehör, Nähmaschinen - und alles zu erstaunlich günstigen Preisen.




Gemeinsam mit einer sehr kundigen Verkäuferin fand ich dort in kürzester Zeit alles Nötige für den Adventskalender, den ich für Titus nähen möchte, und war kurz darauf zwar um lächerliche S$40 ärmer, aber sehr begeistert von dieser Fundgrube.

Weiter ging es mit dem Fahrrad in die nahe gelegene Yong Siak Street mitten in Tiong Bahru. Dort vertrieb ich mir die Zeit bis zur Yogastunde im wunderschönen Kinderbuchladen "Woods in the Books" und blätterte mit Begeisterung durch die kreativ illustrierten Bücher und bestaunte die Spiele und Geschenkideen.
Anschließend durfte ich bei der "Hot Core"-Stunde so dermaßen schwitzen, dass mir der Nieselregen beim Heimradeln überhaupt nichts mehr ausmachte.
Keuchend kam ich um 14 Uhr zuhause an und wurde schon von zwei Handwerkern erwartet - denn wir hatten schon wieder kein warmes Wasser. Zum Glück stellte sich heraus, dass "nur" die Sicherung am Boiler herausgesprungen war (wahrscheinlich durch einen Blitzeinschlag in den letzten Tagen). Doch da sich dieser mitsamt der Sicherung unter einem Brett hoch oben an der Decke verborgen ist, muss man da auch erst einmal draufkommen... Das undichte Rohr im anderen Bad, das uns täglich einen mittleren See auf dem Fußboden und einen bereits schimmelnden Badezimmerschrank beschert, konnten sie leider nicht reparieren, dafür seien andere Handwerker zuständig.

Ich eilte zum Kindergarten, holte Kind mitsamt Roller und Schmusehund "Bruno" ab und wir marschierten ins Einkaufszentrum. Titus ist nämlich am Sonntag zu einem Kindergeburtstag eingeladen und wir brauchen dringend ein Geschenk für ein 3jähriges Mädchen. Leider waren wir beim Toys'r'us so erschlagen von der Auswahl, dass wir uns für nichts davon entscheiden konnten und nach einer Stunde unverrichteter Dinge nach Hause gingen, um erst einmal ein Eis zu essen.

Es folgte ein regelrechter Telefon-Marathon, erst quatschte ich eine ganze Weile mit Verena in München und anschließend mit meinen Eltern. Alle berichteten mir vom kalten Novemberwetter, während ich im Schweiße meines Angesichts das Abendessen zubereitete. Leider musste ich zum Chor eilen, bevor ich selbst essen konnte, vergaß in der Hektik auch noch meine Noten zuhause und stand dann mit knurrendem Magen bis 22 Uhr in der Probe. Meine Nebensitzerin Pak Geok, eine niedliche, dauerlächelnde 1,50m kleine Singapurerin, ließ mich bereitwillig in ihre Noten gucken, rülpste unentwegt und rannte dauernd zum Klo.

Titus ist diese Woche ein echter Langschläfer, heute wachte er erst um kurz vor halb neun auf und so waren wir gerade noch rechtzeitig zum Beginn des Tagesprogramms um 9 Uhr im Kindergarten. Leider konnte er sich deshalb nicht von Norman verabschieden, der heute abend geschäftlich nach Bangkok fliegt - und dem ich gerade noch rechtzeitig das Tütchen mit dem thailändischen Geld und seinen Reisepass in die Hand drücken konnte.
Mein Tagesplan für heute sieht vor, den neuen Veranstaltungskalender für die Januar-Ausgabe von "Impulse" zu schreiben, eine Runde im Gym zu sporteln und mir zu überlegen, wo wir denn Ende November für ein Wochenende hinfahren könnten. Diese ganzen Reise-Recherchen sind echte Zeitfresser, ich könnte stundenlang hübsche Hotels angucken oder mir Routen überlegen!

Dienstag, 31. Oktober 2017

Monatsrückblick: Oktober 2017

Die diversen Halloween-Partys haben wir gut überstanden.
The "spooky chef"

Und als ich gestern mit dem Radl zur Yogastunde unterwegs war, kreuzten Prince Charles und Camilla meinen Weg, als sie gerade nach der offiziellen Begrüßungszeremonie den Präsidentenpalast Istana verließen.


So endet der Oktober, wir leben nun schon drei Monate in Singapur und sind trotz mangelnder Herbststimmung immer noch sehr angetan von unserem neuen Zuhause.

 Zeit für den Monatsrückblick - das habe ich gelernt:

1. Die Singapurer sind Hygiene-Fanatiker. Bei den Kindergarten-Kindern wird jeweils morgens, mittags und nachmittags die Temperatur gemessen, bei kleinsten Erhöhungen heißt es sofort: abholen und zum Arzt. Überall hängen Hinweisschilder, wie das korrekte Händewaschen abzulaufen hat. Arbeitnehmer, die veschnupft ins Büro gehen, sind überhaupt nicht gerne gesehen. Jeder, der auch nur unter leichten Erkältungsbeschwerden leidet, möge bitte sofort nach Hause gehen und sich dort mindestens drei Tage auskurieren. Oder wenigstens einen Mundschutz tragen.
An Bushaltestellen hängen riesige Plakate der "F.I.G.H.T."-Kampagne, die auf vermeintlich "coole" Art darauf aufmerksam machen soll, wie man die Übertragung von Krankheitserregern vermeiden kann. Passend dazu gibt es natürlich auch Kinderbücher.



2. Gute Putzfrauen sind offenbar so rar wie auch in München. Zwar bin ich nun mit unserer zweiten Dame insgesamt zufrieden, doch leider spricht sie nicht wirklich gut Englisch, was die Kommunikation erschwert. Nachdem ich sie diese Woche darauf hingewiesen hatte, dass sie doch bitte verschiedene Putzlappen ("different cloth") für Küche/Bad/Rest der Wohnung benutzen solle, stellte ich später fest, dass sie tatsächlich andere Lappen als beim letzten Mal benutzt hatte - allerdings wieder genau einen für die gesamte Wohnung.

3. Akzeptieren müssen wir wohl auch, dass ein gewisses Maß an Ungeziefern zu einem Leben in den Tropen schlichtweg dazugehört. Bei meiner kleinem Umfrage stellte sich heraus, dass jeder (egal in welchem Stockwerk lebend) Kakerlaken bei sich zuhause hat - manche mehr, manche weniger. Auch Ameisen sind weit verbreitet, und so haben die vielen Kammerjäger-Firmen in der Stadt gut zu tun. Da ich zwar keine Angst vor Krabbeltieren habe, sie aber doch nach wie vor eklig finde, rüsten wir nun zum Kampf und ich habe eine große Bestellung an Giftsprays aufgegeben.

4. Der durch Studien belegte "honeymoon", den wir als frischgebackene Expats gerade durchlaufen, hält dennoch nach wie vor an. Noch freuen wir uns, dass es hier im Gegensatz zu München immer noch sommerlich warm ist und vermissen weder Herbststimmung noch warme Kleidung oder die Umstellung auf Winterzeit. Die Weihnachtsdeko in den Straßen mutet zwar etwas seltsam an und ich bin noch unschlüssig, ob ich dieses Jahr überhaupt Plätzchen backen soll, aber eine Sehnsucht nach Deutschland empfinde ich überhaupt nicht. Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt.

5. Zwar dachte ich bei den vielen Fotos von Herbstwanderungen in den Alpen, die mir die Lieben aus der Ferne regelmäßig schicken, schon hin und wieder mal: "Och, wie schön, so eine Bergtour!", doch muss ich zugeben: Tauchen ist definitiv ein guter Ersatz für Berg-/Wintersport. Nach unserem Urlaub auf Tioman sind wir ganz schön "angefixt" und suchen bereits die nächsten Tauch-Spots für unseren Weihnachtsurlaub aus.

6. Das Reisen von Singapur aus ist wirklich toll, immer neue Reiseziele werden plötzlich realistisch, weil sie so nah sind. Das einzige Manko: der Berg an Fremdwährung, den Norman von seinen Geschäfts- bzw. von unseren Urlaubsreisen nach Hause bringt, wächst und wächst. Inzwischen habe ich zumindest mal eine Art "Sortierung" eingeführt, damit wir die ganzen malayischen Ringgit, indonesischen Rupien, australischen Dollars, thailändischen Baht und was da sonst noch alles dazukommen wird, nicht durcheinander bringen und für die nächste Reise griffbereit haben.



7. Zu den vielen Währungen, deren jeweiligen Umrechnungskurs ich mir nie merken kann, kommt der ständige Kontakt zu neuen Sprachen. Auf Tioman stellten wir plötzlich fest, dass wir einige Wörter aus Sumatra wiedererkennen. Internetsuchen ergaben, sowohl Malayen als auch Indonesier malaiisch sprechen (neben unzähligen Dialekten natürlich). Wusste ich vorher nicht!
Bei der Chorprobe gestern lernten wir ein Lied im Hokkien-Dialekt, von dem ich bislang auch noch kaum etwas gehört hatte - zum Glück hatten wir zwei Muttersprachler in der Gruppe, die uns geduldigst die Aussprache beibrachten.
Titus kann nun immerhin auf malaiisch zwei ("dua") Pfannkuchen bestellen, außerdem findet nachmittags im Kindergarten immer eine Spieleinheit auf Mandarin statt. Ich bin gespannt, wann er davon die ersten Wörter von sich gibt.

8. Morgens bietet sich mir auf dem Weg in Titus' Kindergarten immer ein nettes Bild - inzwischen kennt man sich in der Nachbarschaft, gegen 8:30 Uhr sind stets diesselben Menschen Richtung Büro, Schule oder Kindergarten unterwegs. Die Kinder und Jugendlichen sind allesamt adrett in ihre jeweiligen Schul-Uniformen gekleidet. Ich persönlich finde das ja ganz prima - morgens entfällt die lästige Klamottensuche, alle sehen einigermaßen gleich aus, egal mit welchem Budget der elterliche Haushalt ausgestattet ist, und die Kinder identifizieren sich so schnell mit ihrer jeweiligen Einrichtung (und sind auch außerhalb stets als deren Mitglied zu erkennen).
Mit einer einheimischen Nachbarin hatte ich kürzlich ein längeres Gespräch, und wir versuchten zu ergründen, warum in Deutschland Schuluniformen unüblich sind. Wir schlussfolgerten, dass die Individualität dort höher geschätzt wird, während in Singapur bereits Kinder zu einer gewissen Konformität in diesem Vielvölkerstaat erzogen werden.

9. Noch etwas, worüber ich beim morgendlichen Spaziergang gerne sinniere: sämtliche Hochhaus-Komplexe, in denen Wohnungen untergebracht sind, tragen Eigennamen. Man nennt also nicht die Straße, in der man wohnt, sondern das Stadtviertel und dazu noch den Namen des Condos, in unserem Fall "Lincoln Suites" (und evtl. noch das nächstgelegene Einkaufszentrum dazu, das kennen Taxifahrer in jedem Fall).
Mir zaubern sehr oft diese Namen ein Lächeln ins Gesicht, denn die sind zum Teil sehr hochtrabend, schöngeistig oder oft auch einfach albern.

Meine Lieblinge:
- The Edge
- Newton Gems
- Park Infinia
- The Light (es gibt auch: The Lumos)
- The Beverly
- Holland Village / Spanish Village
- Charming Gardens / Tulip Garden / Waterfall Garden / Mayfair Garden / Wing on Life Garden...
- Casa Esperanza
- Cascadia
- The Legend
- The Equatorial
- Trilight
Ich könnte ewig weiter aufzählen!

10. Zu guter Letzt - das sind unsere neuen Lieblings-Kinderbücher in diesem Monat:
- "How to wash a wooly mammoth" von Michelle Robinson (auch auf Deutsch erhältlich)
- "You must bring a hat" von Simon Philip/Kate Kindley - so eine herrlich absurde Geschichte und so schön gezeichnet! (ebenfalls auf Deutsch erhältlich)
(Vor-)Lesen und dabei laut lachen!

Momentan schlage ich mir mit zwei Fragen herum:
1. Wohin mit ausgedienten Batterien?
2. Woher kriege ich in Singapur eine Professionelle Zahnreinigung (klar, Zahnärzte gibts en masse, Empfehlungen für diverse Praxen habe ich auch bereits in der Tasche, aber eine PZR nach deutschem Maßstab finde ich einfach nicht. Naja, notfalls vertage ich das Problem bis zu unserem Heimatbesuch im März).



Montag, 30. Oktober 2017

Schweizer Mittagessen und Montags-Produktivität


Der Tag nach dem Urlaub ist gespickt mit den üblichen "Nachbereitungen": die Waschmaschine läuft auf Hochtouren - nach einer Woche Dauerbaden im Meer müffeln die Badesachen ziemlich seltsam.
Mein Urlaubsbericht wird getippt, die Fotos begutachtet und aussortiert, und schon ist der Vormittag vorbei.

Wir brechen auf, sind wir doch zum Mittagessen mit Karsten, Hui Boon und Kayle verabredet. Und zwar im urschweizerisch eingerichteten "Marché" (das natürlich im Untergeschoss eines großen Kaufhauses mitten in der Orchard Road liegt).
Bereits am Eingang erwarten uns Kuh-Figuren, Lämmchen, Bernhardiner und sonstige Klischees. Unten gibt es Holztische und eine Art "Hüttenatmosphäre", etwas seltsam mutet die allgegenwärtige Halloween-Dekoration an.


An verschiedenen Stationen kann man sich mit Rösti, Crèpes, Salaten, aber auch Pizza und köstlich aussehenden Süßwaren versorgen. Titus nimmt das Kindermenü mit Zitronen-Limo, Kinderpizza und einer Kugel Eis in Anspruch, ich lade mir den Salatteller bis zum Anschlag voll und teile mir mit Norman noch eine "Toblerone-Mousse" zum endlich wohlschmeckenden Espresso.
Während Titus den Kinderspielbereich entdeckt und verschwindet, unterhalten wir uns nett und Karsten drückt uns eine Tüte mit Spekulatius und Weihnachtsschokolade in die Hand - ein Mitbringsel von seinem Deutschland-Besuch in der letzten Woche.


Leider müssen wir zeitig wieder aufbrechen, denn meine Männer haben einen Friseurtermin im Kaufhaus gegenüber. Ich liefere die beiden bei "Papa Poika" ab, Titus holt sofort die großen Kisten voller Duplo-Steine aus dem Regal, und ich düse nach Hause. Dort erwarte ich den Lebensmittel-Lieferservice, der sich ungefähr 100mal entschuldigt, weil er etwas später als angekündigt kommt. Ich beruhige ihn und erzähle, dass in München noch nicht einmal Supermärkte sonntags geöffnet haben geschweige denn eine Lieferung getätigt werde (die ich am Abend vorher nach der Grenze vom Auto aus getätigt habe).
Zu meiner großen Freude taucht dann auch noch ein anderer Lieferant auf und drückt mir den nagelneuen Dan Brown-Thriller in die Hand; ohne Buchpreisbindung und auf Englisch kostet das Hardcover-Buch hier nur S$24 und ich lese sofort das erste Kapitel.



In der Zwischenzeit sind die frisch gestutzten Herren wieder aufgetaucht und spielen in Titus' Küche Restaurant. Titus ist fasziniert von Geld und Bezahlvorgängen, und er schleppt seinen kleinen Spiel-Geldbeutel an, in dem sich allerhand Münzen und aussortierte Karten von uns finden.
Doch von wegen "aussortiert": bei genauerem Hinsehen entdeckt Norman unsere schon längere Zeit vermisste Key-Card.
In Singapur gibt es für die Hochhaus-Wohnungen keine regulären Schlüssel, die Türen öffnen sich stattdessen, wenn man eine Plastikkarte davor hält. Wir haben für unsere Wohnung insgesamt vier Karten bekommen und suchen seit Wochen nach einer davon. Nachmachen ist (fast) ein Ding der Unmöglichkeit ohne Erlaubnis vom Vermieter und dazu noch sauteuer, und drei Karten sind allein für uns fast immer ein wenig knapp. Umso größer ist die Freude, dass offenbar Titus sich die vierte Keycard unter den Nagel gerissen hat!

Am Montag kehrt wieder der Alltag ein; Titus ratzt natürlich bis weit nach 8 Uhr und ich wecke ihn behutsam. Die Aussicht auf den Kindergarten lässt ihn dann aber doch schnell wach werden, und gegen 9 Uhr gebe ich ihn dort ab. Zuhause erwartet mich schon Putzfee Biu, und während sie putzt und schrubbt und bügelt, schreibe ich einen Programmheftartikel für unser Chorkonzert, erledige Papierkram, gehe ins Gym und in den kühlen Pool (da Meer rund um Tioman war deutlich wärmer) und bin wahnsinnig produktiv.



Schon ist es 15 Uhr und ich hole Titus ab. Er will unbedingt den wöchentlichen Kuchen backen, und so rühren wir fix einen Apfel-Haferflocken-Kuchen zusammen. Während dieser im Backofen ist, schleppt Titus Glockenspiel, Blockflöte und Liederbuch an und verlangt nach einer Runde Hausmusik.
Kurz darauf klopft es, und die beste Freundin Gabi steht mit Nanny und Bruder vor der Tür - mitsamt unserem Fisch, denn alle zusammen eine Woche lang bestens versorgt und gehütet haben. Die Kinder verschwinden sofort in Titus' Zimmer und ich kann Nanny Rina gerade noch davon abhalten, meinen Abwasch zu erledigen.
Am Abend kochen wir meinen Lieblings-Blitz-Kartoffelsalat - kann ich nur empfehlen, schmeckt vielleicht nicht ganz so gut wie bei Mama, aber dafür ist er innerhalb von 15 Minuten fertig. Dazu gibt es in meinen Augen großzügig bemessene Mengen an Tofu-Würsteln und Fake-Chicken-Nuggets aus der Pfanne, doch da Titus die komplette Portion alleine verdrückt bzw. für die morgige Kindergarten-Lunchbox beansprucht, bekomme ich nur Salat ab...

Sonntag, 29. Oktober 2017

Aus der (Urlaubs-)Traum

Den Samstag vormittag verbringen wir gemütlich am Strand - ein letztes Mal Staudamm und Murmelbahn bauen, ein letztes Mal schnorcheln und bei den Clownfischen vorbeischwimmen. Viel zu schnell ist die Zeit gekommen, die Koffer zu packen.
Wir bekommen noch ein Mittagessen serviert, und Titus verputzt zwei seiner geliebten Pancakes mit Sirup und dann noch mehr als die Hälfte unseres "Fried rice" (wo er doch bisher sämtlichen Reis verachtet und nie angerührt hat...).
Herzlich verabschieden wir uns vom Hotel-Team, und Titus marschiert an der Hand von Anna zum Pier, wo das kleine Boot schon mit unserem Gepäck beladen auf uns wartet. Die 15minütige Bootsfahrt nach Genting vergeht wie im Flug, wir winken lange und betrachten noch einmal versonnen die schönen Strände, die dichtbewachsenen Hügel und die hohen Felsen der Insel. In Genting müssen wir nun warten, schlendern ein wenig durch den kleinen Ort, der von Tauchern aller Nationen geradezu übervölkert ist, essen ein Eis und stellen bald fest, dass unsere auf 14 Uhr erwartete Fähre offenbar verspätet ist. Es ist heiß und wir betrachten sehnsuchtsvoll das selbst am Hafen kristallklare, türkisfarbene Meerwasser unter uns. Erst weit nach 15 Uhr fährt die Fähre schwundvoll an den Pier, wir finden mühsam die letzten freien Plätze, und ehe wir sitzen, geht die Fahrt zurück aufs Festland schon los. Leider stehen wir bald wieder auf, denn die Klimaanlage bläst uns ungebremst 15 Grad kalte Luft ins Gesicht, und bald zittern wir trotz Pullis und gehen lieber ein wenig spazieren. Titus singt und plappert die gesamte Fahrt über, bis wir nach fast zwei Stunden endlich den Hafen von Tanjung Gemok erreichen.
Dort werden wir schon von unserem Fahrer mitsamt Kleinbus erwartet, müssen aber noch schnell eine Waffel am Imbissstand kaufen, da unser Kind mal wieder dem Hungertod nahe ist. Kaum hat er diese verspeist, schläft er im Auto ein und wacht während der gesamten Fahrt nicht mehr auf. Norman und ich haben so Zeit, in Ruhe zu quatschen und die Landschaft zu betrachten, denn die 160 km bis zur Grenze ziehen sich. Die Sonne versinkt blutrot hinter den Palmöl-Plantagen, ein Gewitter zieht auf und ein großer Regenbogen spannt sich über den Palmwipfeln. Affenfamilien sitzen auf den Leitplanken, alle paar Kilometer warnen Straßenschilder vor kreuzenden Tapiren und Elefanten, doch die bleiben im Verborgenen.
Gegen 19:45 Uhr erreichen wir nach einem kurzen Fahrerwechsel endlich die trubelige Grenzstadt Jorong Bahru und das futuristisch anmutende Grenz-Terminal. Da wir diesmal im Kleinbus (und nicht im Privatauto) unterwegs sind, müssen wir aussteigen und zu Fuß zur Passkontrolle. Dort stehen wir auf malayischer Seite erst einmal eine Stunde an, während Titus auf Normans Arm langsam aufwacht und sehr irritiert von der Umgebung ist. Endlich sind die Pässe gestempelt, und wir dürfen wieder ins Auto steigen - leider nur für die gut 2 km über die große Brücke, die Malaysia mit Singapur verbindet. Drüben heißt es wieder: aussteigen und anstehen. Zwar haben wir Singapurer Ausweise, doch da Titus' Exemplar nicht maschinenlesbar ist, müssen wir uns in die ganz normale Kontrolle einreihen. Und dort stehen wir noch einmal gut eine Stunde lang.
Wie mühsam! An solche Grenzübergänge kann ich mich dunkel aus Kindheit und Jugend erinnern und schätze es nun umso mehr, dass wir innerhalb der EU diese ewigen Wartezeiten nicht mehr haben...
Bis wir dann unseren Fahrer gefunden haben und die restlichen 20 km bis zu unserer Wohnung hinter uns haben, ist es bereits nach 22 Uhr; die gesamte Heimreise hat über 9 Stunden gedauert. Für knapp 200 km Entfernung (plus Bootsfahrt) - wieder einmal die Bestätigung, dass Urlaubsreisen mit dem Auto zumindest für mich keine Option sind.
Da wir alle kein Abendessen hatten und Titus dank seines ausgiebigen Autoschlafs putzmunter ist, koche ich schnell eine Nudelsuppe und tische Brotzeit auf, wir packen die Koffer aus und liegen gegen 1 Uhr dann endlich alle im Bett.

Samstag, 23. September 2017

Musikerziehung in Ost und West

Am heutigen Samstag ist eine zusätzliche Chorprobe anberaumt, und so mache ich mich nach einem gemütlichen Vormittag per MRT auf den Weg zum INDSEA Campus.
Das Auditorium ist schnell gefunden, bald sind alle 100 Chormitglieder inklusive Dirigent und Pianistin da. Nach den ersten körperlichen Aufwärmübungen sollen auch die Stimmbänder geweckt werden und dazu bringt Dirigent Alan dem Chor einen Kanon bei.  Schon bei den ersten Buchstaben" C - O - F - F - E - E" muss zumindest die deutsche Fraktion schmunzeln... Nachdem wir fertig gesungen haben, klären wir den Rest des Chores auf, dass es sich dabei eigentlich um ein deutsches Lied handelt (dessen Anfangsbuchstaben die jeweiligen Töne der Tonleiter benennen - deshalb ist ja eine übersetzte Variante relativ sinnbefreit) und singen dann gemeinschaftlich das Original vor. Die Stimmung ist danach schon mal sehr gut!


Schließlich proben wir mehrere Stunden lang hauptsächlich an einem Medley aus einem Kinder-Weihnachtsfilm. Die Musik darin ist z.T. sehr swing-lastig und manche Teile haben richtige Rock'n'Roll-Elemente. Daran probieren wir ewig herum, wir müssen dazu schnipsen und klatschen und so recht kriegen wir das "groovige" nicht hin. Zuerst bin ich ein bisschen genervt, und dann fällt mir aber ein, dass zumindest die große asiatische Mehrheit im Chor eben gerade nicht mit amerikanischer oder europäischer Pop-Musik sozialisiert wurde - woher soll dann also bei denjenigen der "beat" kommen? Der Dirigent versucht es mit ein paar Beispielen, doch die Namen Chuck Berry oder "Grease" kennt kaum jemand, zumindest die Beatles sind bekannt, aber damit aufgewachsen ist keiner der Einheimischen.
Ganz ähnlich ergeht es mir mit den Stücken von Bach oder Vivaldi. Wo einem halbwegs musikinteressierten Mitteleuropäer meist schon klar ist, in welche tonale oder rhythmische Richtung es innerhalb des Stückes gehen wird, müssen die meisten meiner asiatischen Mitsänger sich Ton für Ton, Intervall für Intervall und Rhythmus für Rhythmus erarbeiten. Denn diese Art von Klangbild wurde nicht in die Wiege gelegt - dafür tut sich unsereins mindestens genau so schwer mit asiatischer Musik, sei es Pop oder Klassik oder Volkslieder...

Ich finde das total spannend und denke die ganze Zeit über solche Arten von "Prägung" nach, als ich nach der Chorpobe in den Botanischen Garten fahre und einmal quer durch bis zu Freilichtbühne spaziere. Kurz darauf kommen Norman und Titus dazu, und wir lauschen begeistert dem einstündigen Gratiskonzert des Orchester der NUS (National University of Singapore). Die jungen Musiker spielen ganz ausgezeichnet Hits aus der Filmmusik (James Bond, Indiana Jones), aber auch (europäische) Klassik wie Mozart und Offenbach. Die Wiese rund um die Bühne ist voller begeisterter Zuhörer, alle sind mit Picknickdecken und Essen ausgerüstet, auch Norman packt Kistchen vom vegetarischen Take-Away aus. Bis die Sonne untergeht, sitzen wir im Schatten der riesigen Palmen, es hat gut und gerne 30 Grad draußen und wir freuen uns über die Gratis-Fächer, die mit dem Konzertprogramm bedruckt sind.




Das Publikum ist bunt gemischt, viele Familien mit Kindern sind dabei, ebenso viele Jugendliche sitzen in großen Gruppen zusammen, Asisaten und Nicht-Asiaten sind vertreten, und alle sind am Schluss sehr begeistert und verlangen eine Zugabe. Bei Offenbachs "Cancan" klatschen sämtliche Zuhörer mit, Musik scheint tatsächlich eine Art Weltsprache zu sein und wird von allen verstanden.



Ganz besondern schön finde ich es, dass solche Freiluftkonzerte hier fast jeden Samstag abend von wechselnden Orchestern angeboten werden - selbst das Singapurer Symphony Orchestra (SSO) spielt mehrmals im Jahr Konzerte mit freiem Eintritt in den großen Parks. Und immer sind Kinder ausdrücklich erwünscht.

Durch den nächtlichen Park spazieren wir zurück zur U-Bahn-Station, Titus düst mit dem Laufrad voraus und ist nur enttäuscht, dass gar keine Gitarren zu sehen waren. Dass es die im einem Symphonieorchester leider nicht gibt, will er nicht so recht verstehen.

Mittwoch, 20. September 2017

Arzt- und Tempelbesuche

Heute habe ich das nächste Level im Spiel "Überleben in Singapur" erreicht - der erste Artzbesuch ist absolviert!
Zu Beginn der Woche erreichte uns per Rundmail die Info, dass es in Titus' Kindergartengruppe mehrere Fälle von HFMD (also Hand-Mund-Fuß-Krankheit) gebe und man dementsprechend aufmerksam sein solle. Der morgendliche Routine-Check zur Begrüßung fiel dementsprechend umfassender aus: Temperaturkontrolle, Leuchten in Mund und auf die Hände, Desinfektion der Hände.
Titus hatte zwar wieder eine leichte Schnupfennase, und mich plagt auch wenig eine Erkältung, aber nichts Ernsteres - so zumindest meine Vermutung.
Aber ich hatte die Rechnung nicht mit den Hygiene-Hysterikern Singapurs gemacht. Ich war gerade wieder auf dem Heimweg, nachdem ich ein sehr ausgeschlafenes Kind in der "Starfish"-Gruppe abgeliefert hatte, da klingelte schon mein Telefon: Titus habe "zwei rote Pünktchen" auf der Hand und müsse sofort abgeholt werden. Ich drehte also, 50m vor der Haustür, wieder um und holte das sehr erstaunte und auch dementsprechend verstörte Kind ab.
Doch damit nicht getan: ich müsse sofort zum Arzt und einen Befund holen - je nachdem könne Titus gleich wieder zurück in den Kindergarten oder müsse eben für einige Tage zuhause bleiben.

Zum Glück hatte Norman sich nicht nur um die Krankenversicherung in Singapur gekümmert, sondern mich in einem einstündigen Gespräch auch über das Procedere aufgeklärt: es gibt sog. "panel doctors" der jeweiligen Versicherung, diese sind anhand einer Liste nach dem nächstgelegenen zu ermitteln. Nur dort gilt dann auch die Versichertenkarte.
Nun kam mir meine Listen-Liebe zugute, denn auf der Übersichtskarte (hier) hatte ich nicht nur sämtliche Ausgeh- und Einkaufstipps eingetragen, sondern auch die drei Arztpraxen in unmittelbarer Nachbarschaft. Gleich die erste, bei der ich noch keine drei Schritte vom Kindergarten entfernt anrief, bat uns, sofort vorbeizukommen.
Wie alle anderen Praxen auch, liegt diese mitten in einem Einkaufszentrum in einem kleinen, versteckten Seitengang. Ein wenig irrten wir herum, doch dann standen wir vor dem "Healthway Medical Centre", und saßen nur 10 Minuten später im Sprechzimmer bei einem sehr freundlichen Dr. Cheng.

 Dieser begutachtete Titus ausgiebig, und kam dann zu dem Schluss, dass er möglicherweise HFMD habe oder auch nicht, das könne man (noch) nicht genau sagen. Zumindest dürfe er drei Tage nicht in den Kindergarten und wir sollen bitte am Freitag erneut vorstellig werden, dann bekommen wir ggf. ein Gesund-Attest. Na prima, damit waren alle meine Pläne hinfällig, und ich schrieb sofort ans Yoga-Studio und verschob meine gebuchte Stunde.
Zum Abschied bekamen wir noch eine Tüte mit Hustensaft und Erkältungsmedizin in die Hand gedrückt, und mussten noch die "Praxisgebühr" von 5S$ begleichen.

Ich bin letztendlich froh, dass ich auf diese Weise nun tatsächlich den Punkt "Arztbesuch" abhaken konnte, und zwar mit einem ziemlich fröhlichen, kooperierenden und überhaupt nicht krank wirkenden Kind. Damit bin ich dann für einen irgendwann auftretenden Notfall gerüstet, in dem ich keine Muße haben werde, lange im Internet oder in der Shopping-Mall herumzusuchen.

Zur "Belohnung" für das erfolgreiche Absolvieren dieser Aufgabe kehrten wir erst einmal in Café zu einem zweiten Frühstück ein.
Anschließend versuchte ich zuhause, einem tobenden "Rumpelstilzchen" eine Stunde lang die Vorteile einer Medikamenteneinnahme schmackhaft zu machen. Das Ende vom Lied war, dass wir beide klatschnass geschwitzt waren, eine Duschpause einlegen mussten und ich die Tropfen dann in seinen heißgeliebten Smoothie schmuggelte.

Damit danach nicht endgültig der Lagerkoller ausbrach, und Titus nach wie vor überhaupt keinen kränklichen Eindruck machte, beschloss ich, doch "mein" Programm für heute durchzuziehen: per Bus fuhren wir nach Chinatown und tauchten heute den gesamten Nachmittag über in die vollkommen andere Atmosphäre dieses kleinen Viertels ein. Wir spazierten durch enge Gässchen, guckten uns den dargebotenen Tand der Büdchen an, shoppten billigsten Kram wie Fächer und Postkarten und ließen uns gut gelaunt von den vielen Schneidern vor ihren Maßschneiderateliers anquatschen.
Am Ende der Pagoda Street besuchten wir den großen Hindutempel Sri Mariamman. Allein schon das Schuhe-Ausziehen vor der Tür rief bei Titus große Begeisterung hervor, und dann erst noch die farbenfrohen Skulpturen von Elefantengott Ganesh, den Löwen Krishnas und den vielen Kühen! 





Am meisten beeindruckten Titus aber die umfangreichen Dekorations-Arbeiten der Angestellten, die mit viel Brimborium Leitern umherschleppten und Girlanden für irgendeine Festivität aufhängten. Das Kind stand immerzu mitten im Weg und gab fachmännische Tipps ab, die leider ignoriert wurden.


Ich wedelte mir unterdessen geduldig mit dem neu erworbenen Fächer Luft zu und umrundete mehrfach die Tempelanlage.



Unser Weg führte uns weiter durch die South Bridge Road. Hier reiht sich ein Laden für TCM (traditionelle chinesische Medizin) an den nächsten - und die Auslagen der mittelalterlich anmutenden "Apotheken" sind wirklich einen genaueren Blick wert: hier liegen Schildkrötenpanzer, ganze Schwalbennester, getrocknete Eidechsen/Tintenfische/Seepferdchen neben aller Arten von Wurzeln, Pilzen, Gewürzen und für mich undefinierbaren Heilmitteln. 

Ich war kurz versucht, mich dort beraten zu lassen, wie denn TCM gegen meine leichte Erkältung und den immer schwachen Kreislauf vorgehen würde, doch dann zog Titus mich ungeduldig weiter, und ich vertagte dieses Gespräch.

Keine 300 Meter entfernt vom großen Hindutempel standen wir kurz darauf vor dem noch größeren "Buddha Tooth Relic Temple".



 Dieser fünftstöckige buddhistische Tempel ist bereits von außen beeindruckend, doch im Innenraum im Erdgeschoss verschlug es uns die Sprache: eine riesige Halle, anderen Ende drei mächtige, goldene Buddha-Statuen stehen. Während vor der Tür hunderte Räucherstäbchen ihren Duft verbreiteten, tönte von drinnen der monotone Gesang der buddhistischen Mantren. Mönche eilten mit wehenden rot-gelben Gewändern umher. Wir durften am Ende der Halle Platz nehmen und zuschauen, und Titus war sichtlich beeindruckt von dem Geschehen.




Als er dann nach einer Viertelstunde genug hatte von der ewigen Litanei, bedeutete uns ein aufmerksamer Wachmann, wir mögen doch mit dem Aufzug in den vierten Stock fahren, dort gäbe es noch mehr zu sehen.
Oben betraten wir dann - natürlich auch wieder ohne Schuhe - das eigentliche "Heiligtum". Diese "sacred light hall", in dem der angebliche Buddha-Zahn (der nach Expertenmeinung wohl eher von einer Kuh stammt) mitten in einer riesigen goldenen Stupa auf einem Samtkissen ruht. Der Raum selbst ist mit tausenden von Bodhisattvas geschmückt, die Drachenskulpturen umrahmen in buntesten Farben den abgesperrten Bereich mit der Reliquie, und obwohl das Kind es trotz großer Bemühungen nicht ganz schaffte, seine Stimme zu senken, ernteten wir dafür von allen Betenden nur herzliches Lächeln.

Über eine steile Treppe stiegen wir auf die große Dachterrasse; hier erwartete uns ganz überraschend ein wunderschöner Garten mit blühenden und duftenden Frangipani-Bäumen, plätschernden Brunnen und mitten darin einer Pagode mit einer etwa 10m hohen Gebetsmühle. Nachdem ich Titus erklärt hatte, dass man im buddhistischen Tempel niemals auf die Türschwelle klettert, sondern stets darüber steigt (um die in den Türschwellen lebenden Hausgeistert nicht zu verärgern), probierte er diese neue Fertigkeit sofort aus und drehte dann auch meisterlich die schwere Gebetsmühle viele Runden lang und freute sich jedesmal, wenn nach erfolgter Umdrehung ein Glöckchen bimmelte.




Ein herrlicher Ort, dieser Tempel - und wenn man der Homepage und den vielen Monitoren darin glauben mag, auch ein Ort mit durchaus großer medialer Präsenz - so eine Anzeige kann ich mir in einer christlichen Kirche (noch) nicht vorstellen.



Am Ende unserer Tagestour stand noch Shopping auf dem Programm. Von den Damen der deutschen Gesellschaft hatte ich den Tipp bekommen, Drogerieartikel doch künftig bei "Swanston" zu besorgen, dort sei es einigermaßen bezahlbar. Da ich mich in der regulären Drogerie dem Kauf von Shampoo und Duschgel verweigert hatte, da beide Flaschen jeweils 7.50S$ (5 Euro - jeweils, für Mini-Fläschchen!) gekostet hätten, war ich für den Tipp dankbar. Und so irrten Titus und ich durch das wohl schäbigsten Einkaufszentrum Singapurs - hier gibt es keine Rolltreppen, nur steile Treppen, schmutzige Böden und unübersichtliche Gänge voller kleiner Buden und Lädchen. Im dazugehörigen schlecht beleuchteten Food Court sitzen ausschließlich Einheimische, fast überall sind nur chinesische Schriftzeichen zu finden. Ein ganzes Stockwerk lang passierten wir nur Stoffgeschäfte - gut für zukünftige Nähprojekte! Endlich fanden wir die Ecke mit der "Drogerie": in unübersichtlichen Regalen reihten sich Drogerieartikel in Großhandels-Maßen aneinander, und nach ewigem Herumsuchen (denn eine ersichtliche Sortierung konnte ich nicht ausmachen)  hatte ich endlich Shampoo, Duschgel, Rasierer mitsamt Klingen, Putzmittel und Deo gefunden. Jeweils in der Mehrfamilien-Packungsgröße, und das Ganze zu unschlagbar günstigem Preis. Zumindest für Singapur.





Die Geduld von Titus war danach aber auch aufs Ärgste strapaziert, und ich konnte ihn nur mit einem Eis für die bevorstehende Heimfahrt mit der MRT mitten in der Rush Hour  bestechen.

Alles in allem war es ein ganz wundervoller Ausflug - kaum vorstellbar, dass es selbst in der Hygiene-Hochburg Singapur solche Ecken gibt, die wie aus der Zeit gefallen wirken.
Wieder einmal bin ich im Nachhinein begeistert, wie wunderbar solche Ausflüge mit Titus sind. Er ist unheimlich interessiert, lässt sich für (fast) alles begeistern, staunt gerne und hält stundenlang durch. Ganz nebenbei saugt er Wissen über sämtliche Kulturen, Glaubensrichtungen und Geschmäcker auf, und das ist sicherlich das Wertvollste, das wir ihm mitgeben können.

Montag, 11. September 2017

Wo genau finde ich was in Singapur? Eine Übersicht

Heute habe ich ein wenig gebastelt, und eine Übersichtskarte erstellt, auf der ich alle bisher besuchten Restaurants/Cafés/Ausflugsziele festgehalten habe. Außerdem finden sich dort auch sämtliche Tipps, die wir bekommen haben (grüne Markierung) - da haben wir noch einiges vor uns!

Diese Karte findet Ihr im linken Seiten-Menü oder über diesen Link:

Kühltechnik und Lesestoff

Heute um 10:30 Uhr klingelt es an der Tür - oder genauer gesagt: an meinem Handy. Da ich keine Rufnummernerkennung habe (die kostet in Singapur nämlich 5 S$ zusätzlich im Monat), dauert es eine Weile, bis ich dahinterkomme, dass mal wieder jemand vor der Tür steht.
Auch so eine Sache, die nicht so praktisch ist: dass die Türklingel über mein Handy zu bedienen ist.

Auf jeden Fall öffne ich dann per Tastendruck die Tür, und kurz darauf steht der Hitachi-Mechaniker vor mir, der sich unseres dauer-wasserlachen-produzierenden Riesen-Kühlschranks annimmt.
Wie immer ist es meine Aufgabe, sich um die Belange der Handwerker und Wohnungseinrichtung zu kümmern. Im Gegensatz zu allen anderen Handwerkern spricht dieser aber ein sehr gut verständliches Englisch, und nach nur einer Stunde und bergeweise nassen Putzlappen bin ich firm in sämtlichen Fachtermini zur Kühltechnik.

Danach muss ich erst einmal zum Sport und laufe im Gym, während der Regen in Sturzbächen von den Scheiben fließt. Wenn ich so aus dem Fenster schaut und das graue Schmuddelwetter draußen sehe, während mir die Klimaanlage 19 Grad kalte Luft um die Ohren pustet, denke ich jedes Mal: "Oh, sieht kalt aus draußen, heute muss ich bestimmt einen Pulli anziehen."
Doch kaum verlasse ich den Raum und stehe draußen auf der Brücke oder auf dem Balkon oder auf der Straße, stelle ich fest: selbst bei Dauerregen reicht das T-Shirt und die kurze Hose völlig aus.
Da ist man als Mitteleuropäer einfach völlig falsch konditioniert!

Nach dem ich äußerst widerwillig den Putzlappen - und noch viel schlimmer: den Wischmop! - geschwungen habe und zum zweiten Mal am Tag klitschnass geschwitzt bin, hole ich Titus vom Kindergarten ab.
Leider gestaltet sich die Suche nach einer wunderbaren und bezahlbaren Putzfee weiterhin als schwierig, also: falls wer jemanden kennt, der jemanden kennt, der in Singapur lebt und jemanden empfehlen kann - her damit!
Titus läuft mir freudig entgegen - zum Glück, denn heute morgen beim Verabschieden gab es zum ersten Mal Tränen und auch wenn ich weiß, dass er sich sicher sofort wieder beruhigt, sobald ich weg bin, hängt mir das ganz schön nach, wenn ich das weinende Kind rigoros und schnellstmöglich verlassen muss.
Die Gruppenleiterin, Miss Poojah, mailt mir gleich im Anschluss ein paar nette Fotos vom heutigen Morgenkreis mit dem Thema "Meine Familie". Da sieht das Kind nicht mehr ganz so unglücklich aus, und ich bin erleichtert.





Wir steigen draußen in den Bus und lassen uns nach Toa Payoh kutschieren, um endlich mal wieder einen ausgiebigen Besuch in der Stadtbibliothek zu machen. Genau das richtige bei Dauerregen, wie auch in München! Da ich dank meiner prima Blog-Leser und -kommentaren bestens mit Buchtipps ausgestattet bin, werden wir diesmal schnell fündig, lesen dann noch einfach viel von den herumliegenden Büchern kreuz und quer und finden dabei noch so manche Schätze. 



Vollbepackt verlassen wir die Bibliothek, und obwohl mein Hackenporsche schon ganz schön schwer ist, kann ich nicht widerstehen und nutze die Gelegenheit, um mir den benachbarten "Giant"-Supermarkt anzuschauen.
"Giant" ist so eine Art Billig-Supermarktkette, ähnlich wie Netto. Ziemlich schmuddelig, ziemlich eng und vollgestopft, aber es gibt einfach alles. Da die Preise tatsächlich einem Discounter entsprechen (zumindest für Singapur-Ansprüche), decken Titus und ich uns mit ein paar Vorräten ein. Denn solche Dinge wie Mehl, Zucker, Salz, Putzmittel, Öl,... -  also alles, was man normalerweise immer zuhause hat - müssen wir nach dem Umzug erst einmal wieder besorgen. Außerdem gibt es im "Giant" eine riesige Auswahl an vegetarischen Tiefkühl-Gerichten, auch davon nehmen wir einiges mit - bei den "mock kidneys" (veg. Nieren) und "mock livers" (veg. Leber) verzichte ich aber.



Als wir an der Kasse stehen, kräht Titus der Kassiererin fröhlich "no bag, please" entgegen - und ich bin kurz gerührt. Sein erster englischer Satz! Und dann noch so ein praktischer!
Das Einkaufswägelchen jedenfalls ist beim Heimweg so voll und schwer, dass ich es kaum in den Bus gehievt bekomme, und Titus schiebt fleißig mit, bis wir endlich unser Condo erreichen.
Zum dritten Mal heute muss ich unter die Dusche, und schon ist es dunkel draußen und der Tag ist vorbei. Sehr verlässlich geht hier in Singapur die Sonne übrigens jeden Abend um 19 Uhr unter und um 7 Uhr wieder auf - das ganze Jahr über. Auch so eine Sache, an die man sich gewöhnen muss!


Sonntag, 10. September 2017

Wochenende in Singapur: Handwerken, BBQ und Strandausflug

Egal, ob Singapur oder München - das Wochenende ist überall einfach immer viel zu kurz!
Da Norman am Freitag erst spät nachts aus Bangkok nach Hause gekommen war, standen Titus und ich erst einmal alleine auf morgens. Titus, der sich ja wie schon berichtet, aktuell sehr für Wochentage interessiert, grübelte eine komplette Dauer des Müsli-Schüssel-Leerens darüber nach, ob der Papa schon wieder in der Arbeit oder noch gar nicht zurück aus Thailand sei. Um 9 Uhr verriet ich dann, dass der Herr des Hauses noch im Bett liege und geweckt werden dürfe.

Auf dem Tagesplan stand: Bohren und Aufhängen. Und zwar zuallererst die Regale, Lampen etc. im Kinderzimmer.


 Werkzeug hatten wir zur Genüge, doch leider fehlten - wie immer - die passenden Dübel und Schrauben. Also: was heißt "Baumarkt"? Dann: das Internet befragen und nicht so recht fündig werden. Auf Nachfrage bei eingesessenen Singapurern dann die Antwort: es gibt gar keinen richtigen "Baumarkt" in der Stadt, sondern nur überall kleine sog. "Do it yourself"-Shops in den Einkaufszentren.
Da wir eh mal ein bisschen rausund eine Runde spazieren wollten, marschierten wir rüber in die "Velocity"-Mall. Titus bestand darauf, mit dem Laufrad zu fahren, und bahnte sich laut hupend seinen Weg durch die samstäglichen Menschenmassen. Die Leute reagierten schwerst irritiert auf das weithin hörbare und rasant herumfahrende Kind, wie ja schon beschrieben, gehört Fahrradfahren nicht unbedingt zu den alltäglichen Dingen.



Immerhin wurden wir fündig und konnten dann Zuhause zumindest ein paar Bücherregale und Bilder, anbringen, den Fernseher mitsamt Stereoanlage aufbauen und die letzten beiden verbleibenden Umzugskartons auspacken.

Schon war es Zeit, aufzubrechen, denn wir waren zum Grillen bei Karsten und Hui Boon eingeladen. Um mitsamt unserem Salat und den Veggie-Würsteln (ohne die ist es für Titus kein richtiges "Grillvergnügen") pünktlich anzukommen, bestellte Norman eine Uber-Fahrerin. Diese versinnbildlichte aber mit ihrer chaotischen Fahrweise alle Facetten, die gegen private Taxi-Fahrerei sprechen: sie war hochgradig nervös, dass wir ein Kind dabei hatten, stellte sich grundsätzlich auf die falsche Abbiegespur und entkam haarscharf (wirklich: haarscharf!) einem Unfall, als sie ohne Ankündigung urplötzlich die Spur wechselte. Der BMW-Fahrer neben ihr konnte gerade noch sein Steuer herumreißen und beschimpfte sie dann wüst. Völlig zu recht.
Während unsere Fahrerin deutlich sichtbar schwitzte, versuchten wir uns abzulenken, und Norman betrachtete begehrlich die vielen z.T. wirklich riesigen Durian-Stände am Straßenrand.



Trotzdem waren wir froh, als wir in Geylang unbeschadet aus dem Auto steigen konnte. Karsten erwartete uns schon am Eingang, denn ohne Erlaubnis kommt man ja in keinem Wohn-Komplex am Pförtner vorbei.
Der Grill wurde angeworfen, Titus verwickelte Karsten in eine Fachdiskussion zum Thema "Holzkohle- vs. Gasgrill", und wir hatten einen sehr vernüglichen Abend - und waren anschließend sehr satt!





Schon wieder war das Singapurer "Oktoberfest" ein wichtiges Gesprächsthema, und nun endlich zückte Norman sein Handy und bestellte direkt Tickets für den berühmten "Familien-Frühschoppen" am Sonntag, den 24.9., im Swiss Club Tent, dem größten Oktoberfest-Ableger in Singapur. Wie gut, dass wir unsere Lederhosen/Dirndl haben verschiffen lassen!

Nach dem ganzen Heimwerker-Stress am Samstag mussten wir am Sonntagn nun aber wirklich raus, und ich mein Vorschlag, wieder nach Sentosa an den Strand zu fahren, stieß auf allgemeine Zustimmung. Doch zuvor entdeckte Titus unter seinem Bett die Kisten mit der Darda-Bahn, das Geburtstags-/Abschiedsgeschenk von Regina, und dann musste natürlich zuallererst eine Rennstrecke gebaut und ausgetestet werden.



Endlich konnten wir los, vollbepackt, mit sämtlichen lebensnotwendigen Strandutensilien. Der heutige Uber-Fahrer beherrschte die Verkehrsregeln vorbildlich, und so erreichten wir nach gut 20 Minuten Palawan-Beach.
Exakt in diesem Moment zogen schwarze Wolken auf, und wir flüchteten uns bei Wind und ersten Regentropfen auf den großen - und überdachten Aussichtsturm. Dieser steht am "südlichsten Punkt Kontinental-Asiens", und man hat eine hübsche Sicht über die großen Containerschiffe und den Strand. 








Da das Kind bereits vom Mittagshunger geplagt wurde, nutzte es die Zwangspause, um die kalten verbliebenden Grill-Würstel und den dazugehörigen Mais zu verdrücken. Resteverwertung par excellence!



So langsam ließ der Regen nach, und wir suchten uns ein nettes Plätzchen am Strand, bauten unsere Strandmuschel auf, und sofort wurde losgebuddelt. Sobald sich die Sonne durch die dichten Wolken geschoben hatte, wurde es schier unerträglich heiß, und ich musste dringend zur Abkühlung ins Wasser. Auch Titus rannen die Schweißtropfen ins Gesicht, doch wieder einmal konnte ich ihn zunächst nicht überreden, ins wirklich sehr warme Meer zu kommen. Doch plötzlich überwand er seine bisherige Angst vor dem Meer, und in der folgenden Stunde hüpfte, planschte, spritzte und schwamm das Kind umher, dass wir kaum unseren Augen trauen konnten.
Im folgenden war das Kind natürlich kaum aus dem Wasser zu kriegen, und erst die Aussicht auf ein Eis lockte ihn zurück an den Strand - nur um danach sofort wieder ins Wasser zu rennen.

Dieser neue "Mut" musste ausgenutzt werden, und wir übersiedelten vom Sandstrand in den Kinderbereich mit dem riesigen Wasser-Spielplatz, vor dem sich Titus beim letzten Besuch so gefürchtet hatte. Auch jetzt war er zunächst sehr skeptisch, aber Norman bot alle Überredungskünste auf, und als ich nach fast einer Stunde mal die beiden Herren suchte, wurde ohner Pause gerutscht und herumgespritzt am großen Piratenschiff.





Da es am Nachmittag wirklich sehr heiß wurde, fuhren wir per Taxi zurück, denn von soviel Wasser und Sonne waren wir doch etwas erledigt. Eine kurze Regenerationsphase mit Kaffee und Kuchen zuhause, und schon machten wir uns auf zum nächsten Termin: Norman wollte einen Friseur/Barbershop ausprobieren.
Für die knapp 1.5 km Strecke dorthin wagten wir uns dann zum ersten Mal auf die Fahrräder. Titus nahm sehr begeistert im Fahrradsitz Platz, und wir kurvten los - ein paar Male entgegen der Einbahnstraße, ein paar Mal über den Gehsteig, durch den großen Kreisverkehr an der Newton Road, bergauf und bergab bis in die Orchard Road. Zum Glück ist sonntags nicht allzu viel Verkehr, und es klappte hervorragend, allerdings ist beim Abbiegen Vorsicht geboten, denn Autofahrer nehmen da grundsätzlich keine Rücksicht auf Radler. Und dazu kommt ja noch der Linksverkehr!



Wir erreichten trotzdem heil das "Paragon"-Einkaufszentrum, und während Norman sich bei "Papa Poika" aufhübschen ließ, stürtze sich Titus auf den großen Kinderspielplatz mitten im 5. Stock des Luxus-Shoppingtempels. Und auch im Barbershop selbst gab es zur großen Freude eine riesige Spielecke mit Duplo-Steinen, und das Kind verlangte, künftig "nur noch" zu diesem Friseur gehen zu wollen.









Was mich in dieser Mall erfreute, war, dass das weltbeste Dumpling-Restaurant "Din Tai Fung" eine Filiale im Untergeschoss hat, und so gab es zum Abschluss des Wochenendes Unmengen Dumplings für alle. Titus verputzte sicherlich ein komplettes 10er-Körbchen Tofu-Spinat-Dumpling alleine, nach soviel Herumtoben und Baden musste wohl der Energiespeicher wieder aufgefüllt werden. Norman und ich probierten uns durch Pilz-Trüffel- und Erdnuss-Kokosnuss-Dumplings und radelten dann mit sehr vollen Bäuchen zurück nach Hause.



Ich wiederhole mich: so ein Wochenende ist einfach viel zu kurz!